Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
mit der ersten Lesung am Freitag, 12. Juni, startet das Spargesetz in die Beratung im Bundestag. Damit beginnt die heiße Phase, in der es jederzeit Änderungen im Gesetzesvorschlag geben kann – und dringend geben sollte! Denn weiterhin sieht das Gesetz die Versorgungsbremse für die Hausarztzentrierte Versorgung sowie die teilweise Rücknahme der Entbudgetierung vor.
Für uns heißt das: Wir müssen noch einmal alles geben, um der Politik ganz klar die rote Linie für unsere Praxen aufzuzeigen!
Das können Sie tun!
Dabei sind wir vor allem auf Ihre Unterstützung und die Ihrer Patientinnen und Patienten angewiesen! Machen Sie mit bei unserer E-Mail-Kampagne und nutzen Sie jede Möglichkeit, um auch Ihre Patientinnen und Patienten einzubinden:
- Hängen Sie die Plakate auf!
- Sprechen Sie Ihre Patientinnen und Patienten aktiv auf unsere Aktion an.
- Auf www.hausarztpraxen-retten.de können Sie und Ihre Patientinnen und Patienten Ihre Bundestagsabgeordneten direkt und mit wenigen Klicks anschreiben – dort finden Sie auch weitere Informationen und Materialien.
Die Patientinnen und Patienten stehen an unserer Seite!
Im Vorfeld unserer Protest-Kampagne haben wir auch die Bürgerinnen und Bürger zu den geplanten Sparmaßnahmen in den Hausarztpraxen befragt. Die Antworten, die das Meinungsforschungsunternehmen Civey von 5.000 Bürgerinnen und Bürgern erhalten hat, haben selbst uns in ihrer Klarheit beeindruckt:
- 77 Prozent erwarten, dass sich die geplanten Sparmaßnahmen negativ auf die hausärztliche Versorgung auswirken.
- Knapp 96 Prozent der Befragten ist es vor dem Hintergrund der geplanten Sparmaßnahmen wichtig, dass die hausärztliche Versorgung gesichert bleibt.
- Nur 1 Prozent der Befragten – und damit mit Abstand am wenigsten – gibt an, dass am ehesten in der hausärztlichen Versorgung gespart werden kann, um die GKV-Beiträge zu stabilisieren.
- Besonderes Einsparpotenzial sehen die Befragten hingegen bei der Pharmaindustrie (57,3 Prozent) und bei den Krankenkassen (43 Prozent).
Diese Ergebnisse sprechen eine klare Sprache! Die Menschen haben Angst um ihre hausärztliche Versorgung. Sie wissen, dass es bei uns nichts mehr zu kürzen gibt!
Kein ausgewogenes Paket
Um das hier noch einmal ganz klar zu sagen: Der ursprüngliche Vorschlag der Finanzkommission sah keine massive Schwächung der hausärztlichen Versorgung vor. Das hat sich die Bundesregierung ausgedacht. Und dieses Gesetz ist auch kein ausgewogenes Paket, wie es uns viele aus der Politik – einschließlich der Ministerin – zu verkaufen versuchen. Das erkennen auch unsere Patientinnen und Patienten. Während die Pharmaindustrie glimpflich davonkommt, die Krankenkassen nur mit Fingerspitzen angefasst werden und die Apotheken aktuell sogar noch (unsere!) Aufgaben und Geld hinterhergeworfen bekommen, wird die Hausärzteschaft hart angegangen. Das hat nichts mit gerechter Lastenverteilung zu tun!
Wir stehen nicht allein da! Aber wir müssen den Druck hochhalten! Dann besteht die Möglichkeit, dass wir gemeinsam mit unseren Patientinnen und Patienten noch Änderungen erreichen!
Mit kollegialen Grüßen
Dr. Markus Blumenthal-Beier Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth
Bundesvorsitzender Bundesvorsitzende