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Dritter Tag der Hausarztmedizin im Zeichen des GKV-Spargesetzes

Berlin, 12.05.2026 − Unter dem Motto „Weil Gesundheit Vertrauenssache ist: das Hausarztprogramm!“ findet am morgigen Mittwoch, dem 13. Mai, der dritte Tag der Hausarztmedizin statt. Bundesweit informieren die Hausärztinnen- und Hausärzteverbände über die versorgungspolitischen Vorteile der Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV). Der diesjährige Tag der Hausarztmedizin steht unter dem Eindruck des GKV-Spargesetzes, welches starke Einschnitte in der hausärztlichen Versorgung sowie bei der HZV vorsieht.

„Die Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung sind bundesweit auf dem Vormarsch und ihrer Zeit weit voraus. Während die Bundesregierung noch über die Leitplanken für ein Primärversorgungssystem diskutiert und sich dabei zunehmend verzettelt, zeigen wir seit fast zwei Jahrzehnten ganz konkret, wie es geht. Aktuell entscheiden sich jedes Jahr knapp eine Million Versicherte neu für die HZV. Bundesweit sind es über 11 Millionen. Dass die Bundesregierung trotz dieser extrem positiven Entwicklung die HZV nun mit einer Versorgungsbremse belegen will, ist versorgungspolitischer Wahnsinn. Das werden unsere Praxen nicht stillschweigend hinnehmen“, so Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Co-Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes.

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das sich aktuell im parlamentarischen Verfahren befindet, sieht vor, dass hausärztliche Praxen für neu eingeschriebene Versicherte zunächst nur mit einem Abschlag vergütet werden. Damit wird fahrlässig das Wachstum der HZV ausgebremst. Insbesondere vor dem Hintergrund des Vorhabens der Bundesregierung, ein flächendeckendes hausärztliches Primärversorgungssystem einzuführen, erscheint die Schwächung des einzigen bereits funktionierenden Primärversorgungssystems kontraproduktiv.

„Die HZV ist das beste Versorgungssystem, das wir in Deutschland haben. Die Rückmeldung der Versicherten ist extrem positiv. Darum ist unsere Message an die Bundesregierung und insbesondere an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken: Wer die HZV schwächt, schwächt ganz konkret die Versorgung von Millionen Versicherten und handelt darüber hinaus entgegen der ausdrücklichen wissenschaftlichen Evidenzlage. Dies werden wir am Tag der Hausarztmedizin auch gegenüber den Patientinnen und Patienten und der Politik sehr deutlich machen“, so Dr. Markus Blumenthal-Beier, Co-Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes weiter. 

Der Tag der Hausarztmedizin wird bundesweit von Aktionen der Hausärztinnen- und Hausärzteverbände begleitet. Dazu zählen unter anderem Online-Informationsveranstaltungen, HZV-Schulungen, Mitgliederseminare und vieles mehr.

Die Hausarztpraxen werden den Tag der Hausarztmedizin darüber hinaus nutzen, um ihre Patientinnen und Patienten verstärkt über die HZV sowie die Auswirkungen der geplanten Einsparungen zu informieren. Hierfür stellen die Hausärztinnen- und Hausärzteverbände unter www.hzv.de/shop Materialien kostenfrei zur Verfügung. Begleitet wird der Tag der Hausarztmedizin von einer bundesweiten Social-Media-Kampagne. Alle Informationen rund um den Tag der Hausarztmedizin und die Aktionen der Hausärztinnen- und Hausärzteverbände finden Sie unter www.tag-der-hausarztmedizin.de

In der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) schreiben sich Patientinnen und Patienten bei ihrer Hausärztin bzw. ihrem Hausarzt ein. Diese oder dieser ist bei allen medizinischen Anfragen die erste Anlaufstelle und koordiniert die weitere Versorgung. Wissenschaftliche Evaluationen, unter anderem durch die Universitäten Frankfurt am Main und Heidelberg, belegen, dass durch die HZV die Behandlungsqualität, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, nachhaltig verbessert werden kann. Gleichzeitig werden u. a. unnötige Doppeluntersuchungen und Krankenhauseinweisungen vermieden. Dies führt auch zu finanziellen Einsparungen.