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GWQ und Hausärztinnen- und Hausärzteverband entwickeln HZV-Vertrag weiter

Berlin, 23.06.2026 − Die GWQ ServicePlus und der Hausärztinnen- und Hausärzteverband haben sich auf eine Weiterentwicklung des gemeinsamen Vertrags zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) geeinigt. Im Fokus steht dabei die weitere Modernisierung der Versorgungsstrukturen. Unter anderem wird der sogenannte Praxis-Patienten-Kontakt eingeführt sowie Teampraxisstrukturen gezielt gefördert.

„Diese Vertragsweiterentwicklung zeigt eindrucksvoll das Innovationspotenzial der HZV. Gemeinsam mit unseren Vertragspartnern ist es gelungen, konkrete Strukturverbesserungen für unsere Praxen und unsere Patientinnen und Patienten umzusetzen und gleichzeitig die Arbeit der hausärztlichen Praxen fair zu vergüten. Neben der Einführung eines Praxis-Patienten-Kontakts fördert der Vertrag auch gezielt die Arbeit nicht-ärztlicher, akademisierter Fachkräfte, wie Primary Care Manager (PCM) und Physician Assistant (PA). Das ist ein großer Schritt in Richtung des Teampraxis-Modells, wie wir es in unserem HÄPPI-Konzept entwickelt haben. Das Ziel ist es, die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen, damit sich die Hausärztinnen und Hausärzte auf die wirklich komplexen Fälle konzentrieren können“, so Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Co-Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes.

Dr. Markus Blumenthal-Beier, Co-Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, ergänzt: „Vor dem Hintergrund der geplanten Einführung eines bundesweiten, verbindlichen hausärztlichen Primärversorgungssystems ist der Ausbau und die Weiterentwicklung der HZV zwingend erforderlich. Wie das konkret aussehen kann, zeigen wir gemeinsam mit unserem Vertragspartner, der GWQ. Dieser Vertrag ist eine Win-win-win-Situation: Für unsere Praxen, für die Patientinnen und Patienten, aber auch für die Krankenkassen. Das ist genau der Weg, den wir mit der HZV auch in Zukunft gehen wollen.“

„Dieser Abschluss sichert die medizinische Versorgung vor Ort. Durch die Stärkung der wohnortnahen Strukturen und den Ausbau der Delegation schaffen wir Entlastung im System. Das Wichtigste dabei: Die Versicherten profitieren von echten Mehrwerten, die konsequent auf der Basis aktueller medizinischer Leitlinien fußen“, unterstreicht Dr. Johannes Thormählen, Vorstand der GWQ ServicePlus. Mit der Einführung des Praxis-Patienten-Kontakts ist sichergestellt, dass auch nicht-ärztliche Fachkräfte - unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Qualifikation – bestimmte Patientenkonsultationen übernehmen können, ohne dass es zwingend einen Arzt-Patienten-Kontakt braucht. Des Weiteren soll es einen Zuschlag von 10 Euro im Jahr auf die P1 geben, wenn eine PCM oder ein PA in der Praxis tätig ist.

Weitere Neuerungen sind unter anderem die Erhöhung der P1 von 66 Euro auf 72 Euro, der P2 von 42 Euro auf 48 Euro sowie der P3 von 20 Euro auf 23 Euro. Auch die Durchführung von Hausbesuchen sowie die Kinder- und Jugendvorsorge werden gezielt gefördert. Ein echter Gewinn für Versicherte ist zudem das leitliniengerechte PSA-Screening, das ab sofort als feste Vorsorgeleistung bereitsteht.

Parallel dazu wird hier nicht nur der Ausbau digitaler Services gefördert, sondern auch das ökologische Engagement der Praxen – messbar gemacht durch das Siegel „Nachhaltige Praxis“ des aQua-Instituts. Der neue Vertrag gilt bundesweit, mit Ausnahme von Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. In Bayern und Baden-Württemberg gibt es eigenständige HZV-Verträge unter Beteiligung der GWQ. Aktuelle Verhandlungen über Anpassungen im BKK-HZV-Vertrag Bayern sollen in Kürze abgeschlossen werden.

Die Weiterentwicklung des Vertrages greift ab dem 01.07.2026. Eingeschriebene Hausärztinnen und Hausärzte müssen nicht aktiv werden. Ihre Teilnahme läuft automatisch unter den verbesserten Rahmenbedingungen weiter.