Berlin, 11.06.2026 – Anlässlich der morgigen ersten Lesung des Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung erklären die Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Markus Blumenthal-Beier:
„Von den morgigen Beratungen im Bundestag muss das Signal ausgehen, dass die Bundesregierung verstanden hat, dass sie dieses Versorgungskürzungsgesetz in dieser Form nicht durchboxen kann. Die Kollateralschäden für die hausärztliche Versorgung wären unabsehbar. Das sehen auch weite Teile der Länder so.
Niemand bezweifelt, dass gespart werden muss. Statt jedoch die offensichtlichen Sparpotenziale zu heben, beispielsweise in den Bereichen Pharma und Krankenkassenverwaltungen, plant die Bundesregierung vollkommen wahllose Kürzungen am Fundament der hausärztlichen Versorgung. Die Patientinnen und Patienten werden das unmittelbar zu spüren bekommen. Konkret bedeutet das für sie: Weniger Termine in ihrer hausärztlichen Praxis, längere Wartezeitung und weniger Zeit für ihre Anliegen.
Zwei konkrete Änderungen sind kurzfristig noch möglich und würden zumindest etwas Druck von den ohnehin schon stark gebeutelten hausärztlichen Praxen nehmen: Zum einen muss die Versorgungsbremse für die Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) gestrichen werden, sodass Praxen nicht finanziell dafür bestraft werden, wenn sie im Rahmen der HZV-Verträge mehr Menschen koordiniert versorgen. Zum anderen darf es keine teilweise Wiedereinführung der Budgetierung geben, die zur Folge hätte, dass die Hausärztinnen und Hausärzte wieder Leistungen erbringen müssen, für die sie schlichtweg nicht bezahlt werden! Die Streichung dieser beiden Punkte würde für die hausärztlichen Praxen das Schlimmste abwenden und wäre für die GKV auch finanziell absolut verkraftbar.
Die Bundesregierung sollte dabei die Meinung der Bevölkerung ernst nehmen. Umfragen belegen ganz klar, dass die Menschen keine Einsparungen in der hausärztlichen Versorgung wollen! Eine aktuelle, repräsentative Civey-Umfrage unter 5.000 Bürgerinnen und Bürgern hat ergeben, dass nur ein Prozent der Befragten bei der hausärztlichen Versorgung sparen würden, aber 57 Prozent bei der Pharmaindustrie sowie 43 Prozent bei den Krankenkassen.
Eine Sparpolitik, die vor allem zulasten der Grundversorgung und damit der Patientinnen und Patienten geht, werden die Menschen nicht akzeptieren! Wir werden in den kommenden Wochen durch unsere bereits angelaufenen Protestaktionen weiter auf die massiven Folgen des Gesetzes auf die hausärztliche Versorgung aufmerksam machen.“