Berlin, 04.03.2026 – Zu der heute vom AOK-Bundesverband vorgetragenen Forderung, die Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) einzudämmen, erklären die Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Markus Beier:
„Der AOK-Bundesverband und seine Vorsitzende Carola Reimann positionieren sich mit ihren Aussagen zur Zukunft der hausärztlichen Versorgung und der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) zum wiederholten Mal als Gegner der Hausärzteschaft und unserer Patientinnen und Patienten.
Es ist vollkommen absurd auf der einen Seite den Ausbau eines Primärversorgungssystems zu fordern und auf der anderen Seite das etablierte Primärversorgungssystem HZV, mit bundesweit knapp 11 Millionen teilnehmenden Patientinnen und Patienten, einstampfen zu wollen. Im Übrigen nehmen auch viele Millionen AOK-Versicherte freiwillig an der HZV teil – und das mit sehr hoher Zufriedenheit. Mit seinen Aussagen stellt sich der AOK-Bundesverband somit gegen die Interessen seiner eigenen Versicherten.
Die Aussage, dass ein Primärversorgungsmodell nur in der Regelversorgung funktionieren kann, ist schlichtweg irrwitzig. Die Selbstverwaltung hat in großen Teilen über Jahrzehnte gegen die Etablierung eines Primärversorgungssystems gearbeitet. Sämtliche Innovationen der vergangenen Jahre – vom Teampraxismodell bis zur Modernisierung des Vergütungssystems – kommen aus der HZV und nicht aus der Regelversorgung. Wer vor diesem Hintergrund allen Ernstes ausschließlich auf die Regelversorgung bauen will, der ersetzt die Fakten durch seine eigene Wirklichkeit und beweist, dass er mit seinen Ideen im letzten Jahrhundert steckengblieben ist.
Für uns ist vollkommen klar: Wer ein flächendeckendes Primärversorgungssystem will, der muss insbesondere auf die HZV setzen. Ansonsten wird die Reform scheitern. So steht es auch richtigerweise im Koalitionsvertrag. Wer die Axt an die HZV legt, der muss mit dem entschlossenen Widerstand der Hausärzteschaft rechnen.“