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Pressestatement zur Studie im Auftrag der TK

Berlin, 29.05.2026 – Die Bundesvorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Markus Blumenthal-Beier, erklären zu der heute veröffentlichten Studie im Auftrag der TK:

„Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) gehört zu den am umfassendsten und am längsten wissenschaftlich begleiteten Versorgungsstrukturen in der deutschen Gesundheitsversorgung. Seit über 15 Jahren zeigen die Universitäten Frankfurt am Main und Heidelberg konsistent in regelmäßigen Evaluationen: Durch die HZV gibt es eine bessere und effizientere Versorgung, reduzieren sich Krankenhauseinweisungen, wird die Arzneimitteltherapie zielgerichteter. Auf ähnliche positive Effekte verweist auch der Sachverständigenrat Gesundheit sowie Studien des Kassenverbandes GWQ. Auch ein Blick auf die breite internationale Evidenz in Ländern, in denen Primärversorgungssysteme bereits umgesetzt wurden, spiegeln diese Ergebnisse – ein wesentlicher Grund, warum die schwarz-rote Koalition und das Bundesgesundheitsministerium in Zukunft auf diese Versorgungsform und dabei auch ganz explizit auf die HZV setzen wollen.

Vor diesem Hintergrund ist es auffällig, wenn nun eine einzelne Studie präsentiert wird, die scheinbar in Teilen von dieser breiten Evidenz abweicht – nicht überraschend ist dagegen die Positionierung des Auftraggebers TK, die sich zuletzt immer wieder gegen ein hausärztlich gesteuertes Primärversorgungsmodell und für eine anonyme digitale Hotline als Ersteinschätzung ausgesprochen hat. Die Ergebnisse gilt es nun, auch hinsichtlich der Methodik und der Datenbasis, zu betrachten und auszuwerten.

Dabei gilt auch: Ein einzelnes Gutachten ist im Kontext der über Jahre gewachsenen wissenschaftlichen Evidenz der HZV und der Primärversorgungssysteme im Ganzen einzuordnen – nicht umgekehrt. Das Versorgungssystem HZV funktioniert, und zwar dort besonders gut, wo sie konsequent und partnerschaftlich mit motivierten und innovativen Krankenkassen umgesetzt und nicht blockiert wird.

Bei der Hausarztzentrierten Versorgung geht es primär um Beziehungsmedizin – einen Hausarzt/eine Hausärztin und einen Patienten/eine Patientin, die sich über lange Zeit aneinanderbinden, sich kennen, Vertrauen aufbauen. Das ist der Grundstamm der verbesserten Versorgung, die bei der Hausarztzentrierten Versorgung, aber auch in vielen anderen Ländern der Welt bei hausärztlichen Primärversorgungssystemen wiederholt nachgewiesen wurde. Was der TK stattdessen vorzuschweben scheint, ist eine „Digitaldystopie“, in der Beziehungsmedizin ersetzt wird durch eine digitale Hotline, die die Menschen anonym von einem zum nächsten Arzt lotst. Das würde keinen einzigen Termin einsparen. Das wäre das Ende der Beziehungsmedizin. Gerne kann die TK ihre Versicherten fragen, ob sie sich das so wünschen!“